Esssucht mit Übergewicht "Binge Eating Syndrome"

Mitunter versuchen Menschen, psychische Konflikte durch vermehrtes Essen zu bewältigen. Die zu hohe Nahrungszufuhr im Vergleich zum Energieverbrauch (Bewegungsmangel) führt zum Anstieg des Körpergewichts. Wenn dieser Zustand über eine längere Zeit aufrechterhalten wird, entsteht Übergewicht, d. h. der BMI übersteigt den Wert von 30.

Übergewicht ist in erster Linie eine starke körperliche Belastung und ein gesundheitliches Risiko (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Abnutzungen des Bewegungsapparates). Dazu kommen die psychischen Belastungen, die durch offene oder verdeckte Diskriminierungen in der Öffentlichkeit verursacht werden. Sie führen zu Depressionen und sozialer Isolation. So schließt sich oft der Teufelskreis: Essen bleibt die einzige Ersatzbefriedigung, weil andere Möglichkeiten eingeschränkt sind.

Sich von falschen Essgewohnheiten zu verabschieden und sich auf eine positive Versorgung mit Nahrung einzustellen, heißt auch das strenge Diätdenken aufzugeben mit dem bislang Gewichtsreduktionen kurzfristig erreicht worden sind.

Langfristig erfolgreiche Gewichtsreduktion ist nur durch eine Umstellung von Lebensgewohnheiten möglich.

Der gesunde Fettabbau erfolgt duch die Herstellung einer negativen Energiebilanz, wobei die Ernährungsumstellung in Bezug auf Zusammensetzung und Zeiten der Nahrungsaufnahme einerseits sowie der erhöhte Energieverbrauch durch regelmäßige Bewegung im Sinn von Ausdauersport im Vordergrund stehen. Dabei ist es wichtig attraktive Bewegungsmöglichkeiten zu finden, die auch in der Gruppe möglich sind, um so die Motivation zu fördern.

Die Betroffenen benötigen die Unterstützung durch ihr soziales Umfeld, bei Kindern und Jugendlichen ist die Arbeit mit den Eltern ganz wesentlich. Der Aufbau neuer Verhaltensmuster anstatt der bisherigen Problemlösungen über Essen steht im Vordergrund der Behandlung.